Dienstag, 5. Januar 2016

Winterwunderland und eine Sau

Brace yourself - winter is coming ;)
beziehungsweise ist er schon da und das in vollem Umfang.
Starker Schneefall von 2. auf 3.1. und von 3. auf 4.1.
Das sollte also für mich heißen, dass es am 3. und 4.1. auf Nachtansitz an unsere Kirrung gehen sollte, auf deren Wildkamera wir regelmäßig Schwarzwild sehen konnten (siehe vorherige Posts).
Mein erster Ansitz am Abend des 3. verlief weniger spannend, weshalb ich gleich zum Ansitz am gestrigen Montag den 4.1. kommen will.
Der Tag begann gegen 10 Uhr, da ich am Vorabend bis halb 2 an der Kirrung saß, mit einem schönen Winterspaziergang mit Merle. Ich ließ sie Stöckchen holen, aportieren und übte verschiedene Kommandos mit ihr. Ein paar schöne Schnappschüsse entstanden auch dabei.





Nachdem ich wieder zuhause angekommen war gab es ein kleines Mittagessen, bevor es ins Revier gehen sollte um die Sitze vom Schnee zu befreien. Wieder Zuhause angekommen bereitete ich meine Sachen für den Ansitz vor.
Gegen 18 Uhr fuhr mich mein Vater ins Revier und ich pirschte die letzten 300 m zur Kirrung wie auch am Vorabend. Auf der Kanzel angekommen richtete ich mich ein und öffnete die Fenster. Gegen 19 Uhr sah ich, an der gleichen Stelle wie auch am Vorabend, einen Fuchs, welcher dieses mal sogar noch etwas näher an die Kanzel kam. Ich konnte ihn schön mit dem Fernglas beobachten. Es war ein wirklich toller Anblick. Nach weiteren eineinhalb Stunden wollte ich ein kurzes Telefonat mit meiner Freundin führen, da sie alleine zurück nach Würzburg gefahren war, jedoch sollte es nicht soweit kommen...........
Ich hatte gerade das Handy in die Hand genommen und auf "wählen" gedrückt als direkt vor mir eine einzelne Sau an die Kirrung kam.
Ich legte natürlich sofort wieder auf und schrieb nur kurz, dass wir jetzt doch nicht telefonieren können, weil die Sauen da sind.


Das Handy beiseite gelegt, setzte ich meine Mütze ab und den Gehörschutz auf.
Nach ein paar Minuten Beobachtung durchs Fernglas, machte ich Ihn als (Überläufer)Keiler aus.
Ich öffnete das Fenster, schaltete meinen Rotpunkt ein, ging in den Anschlag, spannte die Waffe, ging ins Ziel und merkte, dass die Vergrößerung von ca. 3,5-fach doch etwas zu gering ist.
Ich "schraubte" die Vergrößerung auf ca. 7-fach, damit ich genau ins Zeil gehen und den perfekten Haltepunkt erwischen konnte.
Nun war ich also "voll drauf"... führte meinen Finger zum Abzug .... und ließ fliegen .... ein lauter Knall und der Keiler lag im Feuer. Nach kurzem Schlegeln wurde der Körper leblos.

WOW ... mich packte das "berühmte" Sauenfieber (leider nur die englische Erklärung) ... ich zitterte am ganzen Körper vor Adrenalin.

Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte benachrichtigte ich meinen Vater per What's App ... er wollte es mir gar nicht glauben ;)
Wir einigten uns darauf, dass ich noch eine weile sitzen bleiben sollte, bis er mich abholen kommt, da es ja sein könnte, dass die Rotte doch noch kommt.
Dies war jedoch nicht der Fall und er kam mich holen.
Ich kam vom Hochsitz herunter und wir gingen zum verendeten Stück.
Dort angekommen gab ich Ihm den letzten Bissen bevor wir Ihn zum Auto tragen wollten.



Unsere Wildkamera machte auch ein paar Schnappschüsse von uns ;)

Wir versorgten ihn, also nahmen ihn aus, lösten die Zwerchfellpfeiler für die Trichinenprobe und wogen ihn. Der kleine Punk (siehe Bild) brachte es auf 37 Kilo. Er war glücklicherweise nicht rauschig, wir sollten Ihn also, das für uns positive Ergebnis der Trichinenprobe abwartend, verwerten können.


Im Wohnzimmer tranken mein Vater und ich meine erste Sau, wie es sich nach altem Brauch gehört, tot. Danke lieber Willi für meine Kopfschmerzen heute morgen. :)

Heute wird es wieder raus gehen, diesmal im Doppelpack, da die Rotte wohl wieder ins Revier bzw. Nachbarrevier gewechselt ist.


Vielleicht melde ich mich morgen also schon wieder mit einem neuen Bericht, aber versprechen kann ich natürlich nichts.

Bis dahin, allen die den Schnee ausnützen können, ein kräftiges Waidmannsheil,
Karsten

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